Rezension zu „Schau mir in die Augen, Audrey“ von Sophie Kinsella

Inhalt:

Audrey wächst in einer liebevollen, leicht durchgeknallten Familie auf: Ihr großer Bruder ist ein Computernerd, ihre Mutter eine hysterische Gesundheitsfanatikerin und ihr Vater ein charmanter Teddybär. Doch Audrey weiß, dass sie selbst am durchgeknalltesten ist – sie leidet unter Angststörungen, kann nicht mehr zur Schule gehen und niemandem in die Augen sehen, weshalb sie stets eine Sonnenbrille trägt. Als sie auf Anraten ihrer Therapeutin beginnt, einen Dokumentarfilm über ihre verrückte Familie zu drehen, gerät ihr immer häufiger der gar nicht so unansehnliche Freund ihres Bruders vor die Linse – Linus. Und langsam bahnt sich etwas an, das viel mehr ist als der Beginn einer wunderbaren Freundschaft …

(Quelle: Goldmann Verlag)


Angaben zum Buch:

Autorin: Sophie Kinsella
Originaltitel: Finding Audrey
Übersetzerin: Anja Galić
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 16.01.2017
ISBN: 978-3-442-48557-4
Format: Paperback
Seitenanzahl: 352
Preis: (D) 9,99€ oder (A) 10,30€
Hier kommst du zum Buch!

Vielen Dank an den Goldmann Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar! 😊🙆🏻‍


Meinung:

Mit „Schau mir in die Augen, Audrey“ hat Sophie Kinsella den Schritt ins Genre Jugendbuch gewagt. Nach „Kein Kuss unter dieser Nummer“ mein zweites gelesenes Buch von ihr – das mich dieses Mal leider nur bedingt überzeugt hat.

Die 14jährige Audrey leidet unter sozialer Phobie und generalisierter Angststörung mit depressiven Episoden – einfacher erklärt: Seit einem traumatischen Erlebnis befindet sich Audrey nun in Therapie. Mit der Sonnenbrille, die sie Tag und Nacht trägt, mag sie wie ein Filmstar wirken – das Ganze hat aber mehr zu bedeuten. Audrey kann mit keinem außer ihrem kleinen Bruder Felix direkten Blickkontakt halten. Sie lebt völlig zurückgezogen, geht nicht mehr zur Schule und spricht mit niemandem außer ihrer Familie und ihrer Therapeutin – ihren „Wohlfühlmenschen“, wie sie sie nennt.

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Die Innengestaltung des Buches ist absolut gelungen!

Audreys Familie war mir von Anfang an sympathisch. Ihre Mutter ist ein wenig hysterisch und überbesorgt, fanatische Daily Mail-Leserin und auf die Gesundheit ihrer Kinder bedacht. Im Grunde will sie nur das Beste für sie, was meistens gar nicht so einfach unter einen Hut zu bringen ist mit den Ansichten von Pubertierenden – beispielsweise mit denen von Audreys Bruder Frank, der laut ihrer Mutter computerspielsüchtig ist. Frank ist ein Typ, den man sofort ins Herz schließt, weil er das Herz einfach am rechten Fleck hat. Ähnlich ist das mit den beiden anderen männlichen Familienmitgliedern – Audreys Vater und dem kleinen Felix!

Den chaotischen Familienalltag mitzuerleben war ein Genuss – Auf und Abs, witzige Begebenheiten und die ewige Diskussion rund um das Thema Computerspielsucht, die dem ein oder anderen wohl bekannt vorkommen wird…😉

Im Zuge des Computerspielens kommt dann auch Linus, der Gamerkumpel von Frank, ins Spiel. Das erste Zusammentreffen zwischen Linus und Audrey endete darin, dass Audrey panisch aus dem Raum stürmt. Es dauert eine Weile – Zettelbotschaften, Schuhkontakt und Gespräche – bis die beiden sich nähern. Man kann es Audrey nicht verübeln, dass sie sich schleichend aber doch in ihn verliebt – er ist ein verständnisvoller, geduldiger und vor allem sehr sympathisch und gutaussehender Typ! Die beiden zu erleben, wie sie sich einander annähern, sich immer mehr Vertrauen schenken, war wahrlich eine Lesefreude!

zitateWir sehen uns einfach nur an. Und auf einmal spüre ich, wie zwischen uns etwas Neues entsteht, etwas, das noch viel intimer ist als alles, was wir bisher getan hatten. Blickkontakt. Eine der intensivsten zwischenmenschlichen Kontaktformen, die es gibt.

Schau mir in die Augen, Audrey – Seite 334

Wie bei „Kein Kuss unter dieser Nummer“ bin ich schier durch die Seiten geflogen, in einem lockeren und leichten Ton wird die Geschichte erzählt. Trotz des ernsten Themas schafft Sophie Kinsella es, humorvolle Szenen in den Familienalltag einzuweben – und auch wenn ich nicht so oft schmunzeln musste wie bei „Kein Kuss unter dieser Nummer“, so war auch dieses Buch hier stellenweise wahnsinnig komisch!😂👍

Toll und meistens irre witzig sind auch die eingebauten Filmskriptszenen, die durch das Drehen des kleinen Filmchens im Zuge der Therapie entstehen.

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Leider habe ich mir zum Teil sehr schwer getan, das Krankheitsbild von Audrey als Ganzes wahrzunehmen. Zu Beginn geht es ihr wirklich sehr schlecht, kaum taucht Linus auf, taut sie auf und fasst neuen Mut und erlangt Stärke. Mir war der Kontrast von der Audrey vom Anfang und der vom Schluss einfach zu krass. Auch wenn mich ihre starke, positive Veränderung gefreut hat, gingen mir manche Dinge einfach ein wenig zu schnell.

Zudem hat mir die Auflösung dieses einen traumatischen Erlebnisses gefehlt – so oft wurde es angedeutet, beinahe erwähnt und dann wurde man als Leser doch nur mit zwielichtigen Aussagen und Erklärungen abgespeist.

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Das wundervolle Cover soll nun aber auch wirklich nicht unerwähnt bleiben! Schau es dir an! Staune! Es ist genial. Ich weiß…😉


 Fazit:

Sophie Kinsella hat mich mit „Schau mir in die Augen, Audrey“ nicht vom Sockel hauen können. Nach „Kein Kuss unter dieser Nummer“ habe ich einfach einen um einen Ticken spritzigeren und mitreißenderen Jugendroman erwartet. Obwohl ich durch die Seiten geflogen bin, fehlte mir das gewisse Etwas; ein bisschen mehr Witz, ein wenig mehr Spannung und ein richtiger WOW-Moment. 💕

Eine süße Liebesgeschichte für Zwischendurch aber leider nicht mehr, daher vergebe ich:

🐻 🐻 🐻 Bücherbärlis!

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3 Kommentare zu „Rezension zu „Schau mir in die Augen, Audrey“ von Sophie Kinsella

  1. Hi Libriabella,
    vor Kurzem habe ich das Buch selbst gelesen und muss dir in den meisten deiner Kritikpunkte Recht geben.
    So wie du habe auch ich den wirklichen Grund zu Audreys Krankheit nicht herausgelesen ( hätte mich sehr interresiert 😉 ).
    Ich finde das Buch generell gut und besonders die kleine Lovestory❤️.

    Lg

    Gefällt 1 Person

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