{Rezension} Gehen, um zu bleiben von Anika Landsteiner

Reiseberichte sind alles andere als trocken, langweilig und informationsvollgestopft.

Ja, ich bekenne mich als schuldig, früher auch Mitglied der Fraktion, die alles Non-fiktive geflissentlich ignoriert hat, gewesen zu sein. Aber wie das eben so ist, stolpert man beim Stöbern auf diversen Buchblogs über wahre Schätze. „Gehen, um zu bleiben“ habe ich bei Ivy Booknerd entdeckt. Ihre Rezension konnte mich total vom Buch überzeugen – wenig später habe ich es beim Bloggerportal angefragt.

Und dann lag es eine Weile auf meinem Nachttisch.

Es dauerte lange, bis ich alle 15 Geschichten gelesen hatte. Ich brauchte die Zeit. Kaum bin ich in ein neues Land, in eine neue Kultur gemeinsam mit Anika eingetaucht, konnte ich das Buch nicht mehr beiseitelegen. Ein neues Kapitel zu beginnen war aber jedes Mal wieder eine kleine Überwindung. In gewisser Weise konnte ich mich wohl kaum vom gerade Erlebten trennen, wollte nicht loslassen, das Land nun endgültig verlassen und ein anderes bereisen.

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In sehr persönlichen Erzählung lässt uns Anika an ihren schönsten aber auch an ihren schlimmsten Momenten auf Reisen teilhaben. Jedes Mal wieder habe ich ihre Abenteuerlust und ihre Unvoreingenommenheit anderen Kulturen gegenüber bewundert. So wie wir Menschen in Schubladen stecken, drücken wir auch Ländern gewisse Stempel auf. Ganz besonders die Geschichte über ihre Reise durch Malawi hat mir vor Augen gehalten, wie verzerrt mein eigenes Bild dieses Landes eigentlich war.

Anikas poetischer Schreibstil voller Schachtelsätze, langen Ausschweifungen und Zusätzen hat das Buch zu etwas ganz Besonderem gemacht. Weil ich selber dazu neige, lieber auszuschweifen anstatt es kurz und knapp zu halten, habe ich mich gleich ein bisschen in ihren Stil verliebt und verloren. (…und nebenbei bemerkt, wie sehr ich auf richtige, exzessive Beistrichsetzung stehe – ein Hoch auf Gliedsätze!)

So viel reisen wie Anika werde ich selbst wohl nie, aber immerhin weiß ich nach meiner 11tägigen Rucksackreise durch Europa, dass man manchmal wirklich nur losfahren muss. So einfach ist das.


Fazit:

Anika Landsteiner schreibt sehr mitreißend, erzählend und bildhaft. Obwohl ich in den wenigsten ihrer bereisten Länder bereits war, kam es mir so vor, als würde ich dieses fremde Land ein stückweit selbst erkunden. Und genau das sollen solche Reiseberichtbücher doch in einem auslösen, oder? Sie hat es nicht nur geschafft, das Gefühl von Fernweh in mir zu wecken, sie hat mich zudem dazu motiviert, Orte rund um den Globus zu bereisen, deren Namen ich vor dem Lesen ihres Buches nicht einmal kannte.

Ein absoluter BUCHTIPP! Ich vergebe:

4 Bücherbärlis

Vielen lieben Dank an den Goldmann Verlag und an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!


Gehen um zu bleiben von Anika LandsteinerLandsteiner, Anika: Gehen, um zu bleiben. Wie ich in die Welt zog, um bei mir anzukommen|299 Seiten | ISBN: 978-3-442-17672-4| [D] 10,00€ / [A] 10,30€ | Hier klicken für mehr Infos!

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