REZENSION | Glattauer, Daniel: Gut gegen Nordwind & Alle sieben Wellen

Ein kleines „e“ zu viel in der Adresszeile und Emma Rothners Abonnementkündigung des LIKE-Magazins landet, anstatt beim gewünschten Empfänger, bei Leo Leike. Weitere versehentlich versandte E-Mails führen dazu, dass die beiden schließlich regelmäßig miteinander schreiben und sich anfreunden. Online – versteht sich. Doch die Anziehung zwischen den beiden wird mit E-Mail zu E-Mail immer größer. Emma ist verheiratet, ja, sogar glücklich verheiratet, und in Leos Leben taucht dessen Ex-Freundin, von der er einfach nicht loskommt, immer wieder auf.

Würde der Reiz der Anonymität verloren gehen, wenn sie sich treffen würden? Was wäre danach? Würden sie sich überhaupt noch schreiben wollen oder wäre alles zwischen ihnen gesagt?

[…] Schreiben Sie mir, Emmi. Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf. […] Ich könnte tausendmal Emmi schreiben. Emmi schreiben ist Emmi küssen.

„Gut gegen Nordwind“, S. 88f.

„Gut gegen Nordwind“ hat seine Höhen und Tiefen. Die Geschichte beginnt spannend und neuartig – einen E-Mailroman lese ich zumindest nicht alle Tage – und entwickelt rasant eine Sogwirkung, die es einem schwer macht, das Buch wieder wegzulegen. Etwaige langatmige Passagen lässt man schnell wieder hinter sich, da der Großteil der Mails kurz und bündig ist – und doch so viel passiert.

Nachdem ich Band 1 beendet hatte, war mir nicht wirklich danach, weiterzulesen. Ich hatte das Gefühl, die Geschichte wäre schon zu Ende erzählt. … bis ich den Folgeband zufällig eines Tages in einem Bücherschrank entdeckt habe – und schon war er mein!

Über „Alle sieben Wellen“ will ich an dieser Stelle gar nicht zu viel verraten, um dich nicht zu spoilern. Was ich dazu sagen kann: Ich habe diesen Folgeband in einem Rutsch durchgelesen, mich erneut in die Geschichte und in die Charaktere – ja okay, hauptsächlich in Leo – verliebt und das Buch schließlich mit einem seligen Seufzen geschlossen. Ich lieb’s sehr und werd’s bestimmt nochmal lesen! („Alle sieben Wellen“ kann man im Übrigen auch gut lesen, ohne „Gut gegen Nordwind“ zu kennen.)

„Alle sieben Wellen“ hat mir insgesamt sogar noch eine Spur besser gefallen als der erste Band, weil ich Emmi Rothner hier viel lieber mochte. In „Gut gegen Nordwind“ gelang es mir nämlich nur schwer, mit ihr warmzuwerden. Ihre scharfsinnigen und spitzen Kommentare fand ich immer schon klasse, als besonders sympathisch habe ich sie in Band 1 aber nicht erlebt. (Ganz im Gegensatz zu Leo, den mochte ich von Anfang an sehr gerne.)


Resümee

Große Leseempfehlung für beide Romane, wenn du auf der Suche nach einer kurzweiligen Liebesgeschichte bist, die nicht nur prächtig unterhält, sondern stellenweise auch wirklich tief unter die Haut geht.

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