libriabella liest Klassiker #2

Kaum zu glauben, vor nun mehr über einem Jahr habe ich mit meinem Vorhaben Klassiker zu lesen gestartet. Kleiner Spoiler vorweg: Es war nicht sehr erfolgreich.

Gelesen habe ich bisher drei  – „Jugend ohne Gott“ von Ödön von Horváth, „Woyzeck“ von Georg Büchner und „Ein Kind“ von Thomas Bernhard.

Ich hätte mir für den Anfang kein besseres Buch als „Jugend ohne Gott“ auswählen können. In einer Lesenacht gemeinsam mit einer Freundin habe ich das Buch in wenigen Stunden verschlungen – spannend, unterhaltend, zum Mitfiebern. Bis heute – nun schon eine ganze Weile, nachdem ich das Buch gelesen habe – schwärme ich von Zeit zu Zeit von der Geschichte. Sehr zu empfehlen sind zudem sowohl der alte Film (gesamt auf YouTube zu finden) als auch der neue, der vor nicht allzu langer Zeit im Kino gelaufen ist. Ich möchte nicht, dass „Jugend ohne Gott“ das einzige Werk bleibt, das ich von Ödön von Horváth gelesen habe – welche weiteren Geschichten könntest du mir empfehlen? Welche würde sich nach „Jugend ohne Gott“ gut eignen?


„Woyzeck“ mochte ich ebenfalls ganz gerne, Georg Büchners Werk war aber nicht unbedingt etwas, das mir nachhaltig im Gedächntis blieb. Das gesamte Buch war sehr dunkel und düster gefärbt. Das Schicksal von Franz Woyzeck hat mich ziemlich mitgenommen und bedrückt. Gefangen in den Ansprüchen an sich selbst und der Gesellschaft an ihn… Ziemlich spannend fand ich zudem den Hintergrund zu diesem Werk – dass „Woyzeck“ an tatsächliche Mordfälle zu Zeiten Büchners angelehnt ist. Das verlieh dem Ganzen gleich wieder einen noch gruseligeren Touch.


Ein Kind_MetapherDer Beitrag hier schlummert schon eine ganze Weile in meinen Entwürfen. Beim letzten Bearbeitungsdurchgang war ich ganz am Anfang meiner Lektüre von „Ein Kind“ von Thomas Bernhard. Nun also ein kleiner Zeitsprung:

Schullektüre. Unfreiwillig. Bisher gefällt mir das Buch absolut nicht. Entschuldigt mal, aber wenn auf einer Seite nur drei Sätze stehen, weil alle so lang und verschachtelt sind, es keinen einzigen Absatz und nur ein einziges Kapitel im gesamten Buch gibt, dann ist das so ein klitzekleines Bisschen demotivierend. Aber was muss, das muss, daher halte ich euch diesbezüglich noch auf dem Laufenden.

Hiermit halte ich mein Versprechen ein: „Ein Kind“ war zu Beginn ein wirklich hartes Kaliber. Man könnte mein Leseverhalten diesbezüglich auch mit einem kleinen, trotzigen Kind vergleichen. Erst im letzten Moment, als das anstehende Referat zum Buch nur noch zwei Tage entfernt war, habe ich zum Buch gegriffen und mich ernsthaft damit beschäftigt. Zum ersten Mal in meinem ganzen Leben habe ich in ein Buch geschrieben, ich habe mir Stellen markiert, Notizen gemacht und verschiedene Textpassagen mit Post-Its hervorgehoben. Was ich zu Beginn niemals für möglich gehalten hätte – ich will nun unbedingt noch andere Werke von Thomas Bernhard lesen. Ich will Fiktives lesen, will wissen, ob er sich selbst in seine Charaktere hineingeschrieben hat, oder ob diese gänzlich anders sind als er. Ich glaube, ich werde mit „Frost“ beginnen, weil das auch der Roman war, mit dem ihm sein Durchbruch gelang. Gut möglich, dass ich auch noch einen weiteren Band seiner fünfteiligen Reihe von autobiografischen Erzählungen lese. Als ich „Ein Kind“ beendet habe, war ich tatsächlich leicht melancholisch, weil ich nicht Abschied nehmen wollte. Das hier war eine echte Geschichte, eine Geschichte, die zum Teil sehr grausam war, aber vor allem sehr berührend… Und wieder einmal hat mir ein Buch gezeigt, dass sich Vorurteile gänzlich aus dem Weg schaffen lassen und die inneren Werte zählen – denn mit der Formatierung des Buches habe ich nach wie vor meine Probleme.


Hier nochmal die Liste der Klassiker, die ich lesen möchte/muss:

  • Ein Kind von Thomas Bernhard
  • Woyzeck von Georg Büchner
  • Jugend ohne Gott von Ödön von Horváth
  • Die Verwandlung von Franz Kafka
  • Sturmhöhe von Emily Brontë
  • Die Abenteuer des Sherlock Holmes (Sammelbände) von Sir Arthur Conan Doyle
  • Homo Faber von Max Frisch
  • Der Kirschgarten von Anton Pawlowitsch Tschechow
  • Die Physiker von Friedrich Dürrenmatt
  • Der Vorleser von Bernhard Schlink
  • Das Parfum von Patrick Süskind
  • Der Fänger im Roggen von J.D.Salinger
  • Faust I – Der Tragödie erster Teil von Johann Wolfgang von Goethe
  • Romeo und Julia von William Shakespeare
  • Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare
  • Vom Winde verweht von Margaret Mitchell
  • Die drei Musketiere von Alexandre Dumas
  • Dracula von Bram Stoker
  • Stolz und Vorurteil von Jane Austen
  • Unterm Rad von Hermann Hesse
  • Emilia Galotti von Gotthold Ephraim Lessing
  • Effi Briest von Theodor Fontane

Schwarz markiert sind jene Bücher, die schon im April des vergangenen Jahres auf dieser Liste standen, grün jene, die neu hinzugekommen sind. Orange eingefärbt sind Bücher, die schon bei mir Zuhause stehen und durchgestrichen sind jene, die ich schon gelesen habe. Blau markierte Bücher lese ich gerade. Unterstrichene sind Schulleküren.


Dein Lieblingsklassiker?

Und ab wann darf/kann man deiner Meinung nach ein Buch als Klassiker bezeichnen?

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Minirezensionen #1

FangirlFangirl von Rainbow Rowell

Nachdem dieses Buch sowohl in englischen als auch in deutschen Buchbloggerkreisen hoch angepriesen wurde und nach wie vor wird, habe ich eine Menge erwartet. Es ist ein Buch – nett für Zwischendurch. Mit Caths sozialen Ängsten wird ein ernsteres Thema angesprochen, dennoch konnte mich die Geschichte als Ganzes nicht überzeugen. Es passiert nicht viel, ich kam mir sanft berieselt vor, aber nicht wirklich unterhalten beziehungsweise gefesselt. „Minirezensionen #1“ weiterlesen